Ich glaube, ich hab noch nie einen so kalten Geburtstag gehabt, wie dieses Jahr. Kalt war es vor allem in meinem Herzen. Cookie liegt mit einer Grippe im Bett und meine Eltern haben nur angerufen.
Wie gerne wäre mit Lucio über den Weihnachtsmarkt gelaufen. Meine Hand in seiner Jackentasche. Meine Finger spielend mit seinem Schlüsselbund mit der hölzernen Katze. Bunter Weihnachtsglanz in unseren Augen. So war es einst und so soll es wieder werden.
Allein trank ich den überteuerten Glühwein vom Weihnachtsmarkt. Allein hinterlies ich abertausende Fußabdrücke im Wald. Ich fand ein Baumhaus, das zu ersteigen ich mich nicht traute. Allein klopfte ich anschließend den Schnee von meiner Hose und fuhr mit dem Bus nach Hause.
Mein Zimmer macht keinen Unterschied zu der Welt draußen. Alles ist weiß und grau. Cookies Lebkuchenherz vom letzten Jahr verliert nach und nach seine Beschriftung. Auch mein Herz bröckelt. Verzweifelt habe ich versucht, die letzten Monate zu lächeln, rauszugehen, neue Leute zu treffen. Aber alles ödet mich an.
Die Männer, die Frauen, alle leben sie zu schnell. Ich habe seit über einem Jahr nichts an meinem Leben geändert. Es fühlt sich so an, als würde ich langsamer atmen, als de anderen Menschen. Als würde ich mich selbst langsamer bewegen.
Durchs Fenster kann ich den Himmel sehen. Er wird rot, blau und sieht mit seinen Farben aus wie ein Gemälde, das ich in mein Zimmer gehängt habe.