Diese Stadt verträgt keine Hitze. Kaum scheint die Sonne durch die Fenster, drängen die Menschen darin hinaus. Die Wiesen sind voll von lachenenden Menschen. Aus den Cafés dringt mediterrane Musik – sanfte Klangteppiche, auf denen man leicht schwebt.
Lucio war hier. Ich rieche ihn noch deutlich hier auf meinem Bett. Mein Kopf ist schwer, deswegen liegt er auf dem Kissen. Ich bin froh, dass die Sonne untergeht. In ein paar Stunden wird sie in China bei Lucio aufgehen, während ich hoffe, endlich einzuschlafen.
Sein Aufenthalt hat mir einen kleinen JetLag besorgt, obwohl ich nicht eine Stunde gereist bin. Nächtelang saßen wir wach, traken Rotwein und haben geredet. Wie damals. Und er hat mir von seinem neuen Leben in China erzählt. Und dass wir nicht mehr zusammen sein können. Und wieder weinte ich nicht. Mein Herz fror zu Eis. In mir spüre ich immer noch eine Kühle, merke die Hitze meiner Stadt nicht, ignoriere die Sonne, die durch mein Fenster strahlte.